PM: Bürgerinitiative fordert: Frackingverbot umsetzen

 

PRESSEMITTEILUNG: Bürgerinitiative fordert: Frackingverbot umsetzen

Nach der Verabschiedung des Fracking-Gesetzes im Juni 2016 verschwand das Fracking-Problem (Gas- und Ölförderung durch Aufbrechen von Gestein) aus dem öffentlichen Bewusstsein. Doch der Mineralölkonzern EXXON plant aktuell, in Niedersachsen neue Anträge auf Fracking zu stellen. Auch andere Mineralölkonzerne, wie z.B. die Deutsche Erdöl AG (DEA), stehen in den Startlöchern. Und  das – auch für Schleswig-Holstein zuständige – Landesbergamt in Hannover hat eine Stelle für Fracking-Spezialisten ausgeschrieben. Die Bürgerinitiative „Kein CO2-Endlager“ warnt deshalb: „Auch für Schleswig-Holstein sind neue Anträge auf Fracking zu erwarten. Dies gilt insbesondere dann, wenn CETA (das Freihandelsabkommen mit Kanada) ratifiziert ist und die kanadischen Konzerne uneingeschränkt in Europa investieren können.“  Über 80 Prozent der weltweit tätigen Bergbaukonzerne haben auch einen Sitz in Kanada.

Der Vorsitzende der Bürgerinitiative, Dr. Reinhard Knof, weist aufgrund der Erfahrungen und neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse darauf hin, dass Fracking eine Katastrophe für Mensch und Natur ist:

Fracking gefährdet unsere Gesundheit, da in Fracking-Gebieten wegen der freigesetzten Chemikalien die Krebsraten, Anzahl der Totgeburten und Missbildungen z. B. in Utah/USA signifikant ansteigen.

Fracking gefährdet unser Trinkwasser, da durch die unkontrollierbare Rissbildung Methan und andere Chemikalien bis ins Grundwasser gelangen können, wie z.B. in Pennsylvania/USA.

Fracking gefährdet Umwelt und Natur, da giftige Chemikalien mit hohem Druck in den Boden gepresst werden und das „Flowback“ (= radioaktiv und chemisch belastetes Lagerstättenwasser) im Boden verpresst wird oder anders z. B. in Bohrschlammgruben entsorgt werden muss.

Fracking verstärkt massiv die Klimaerwärmung, da nach Untersuchungen der University of Colorado in Utah 5,8 bis 11,9 Prozent des Erdgases in die Luft gelangen. Erdgas (Methan) ist mehr als 30 Mal so klimawirksam wie Kohlendioxid. Auch andere Studien zeigen, dass beim Fracking die drei- bis sechsfache Menge an Gas in die Luft freigesetzt wird, wie bei der konventionellen Förderung. Außerdem vergiften verschiedene Chemikalien den Boden.

Wegen dieser großen Gefahren fordert die Bürgerinitiative „Kein CO2-Endlager“ seit Jahren, Fracking zum Schutz der Bevölkerung und der Natur zu verbieten.  Die Genehmigungen der Jahre 2013 und 2014 auf über 25 Prozent der Landesfläche in Schleswig-Holstein – z.B. auch für Rosenkranz Nord in Nordfriesland – wurden wegen der Proteste der Bevölkerung und der Gemeinden von den Mineralölkonzernen wieder zurückgegeben oder widerrufen. Neue Anträge und Genehmigungen sind jedoch auf der Grundlage des Fracking-Gesetzes für Schleswig-Holstein zu erwarten. Deshalb sammelt die Bürgerinitiative seit sechs Monaten in Zusammenarbeit mit vielen anderen Organisationen Unterschriften für die Volksinitiative zum Schutze des Wassers. Mit dieser Volksinitiative wird die Landesregierung aufgefordert, Fracking über das Landeswassergesetz für ganz Schleswig-Holstein zu verbieten, insbesondere um das Trink- und Grundwasser zu schützen. Da die Bürgerinitiative bislang nicht erkennen kann, dass in Kiel ein Schritt in diese Richtung erfolgt ist, ist es deshalb umso wichtiger, dass möglichst viele Bürgerinnen und Bürger die Volksinitiative unterstützen, damit die Landesregierung den Wunsch der Bevölkerung für ein Frackingverbot wahrnimmt und umsetzt.

 

Karin Lüders, die Schriftführerin der Bürgerinitiative, bittet deshalb alle Einwohner von Schleswig-Holstein, die Volksinitiative zum Schutz des Wassers zu unterstützen, „damit auch unsere Kinder und Enkel sauberes Grundwasser nutzen und saubere Luft atmen können“.

Unterschriftenlisten liegen in den Ämtern Südtondern, Mittleres Nordfriesland und Husum-Nordsee  sowie bei Einzelhändlern, Buchhandlungen, Restaurants und anderen Unterstützern aus oder können unter 04667-466 angefordert oder von der Homepage www.vi-wasser.de heruntergeladen werden.

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